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Suchen im Netz - Sprungschanzen ins Netz: Wie Kinder im Internet suchen

Ihre ersten Schritte im Internet beginnen Kinder oft über Suchmaschinen. Sie nutzen bekannte Adressen wie "Google" oder "Yahoo", um nach Inhalten zu suchen, die sie interessieren.
Doch dieses Vorgehen ist nicht unproblematisch. Kindliche Suchanfragen sind häufig umgangssprachlich formuliert; oft enthalten sie gravierende Schreibfehler. Jüngere Kinder schreiben manchmal auch ganze Sätze in das Eingabefeld und hoffen, dass ihnen die Suchmaschine antwortet: "Warum gibt es Krieg?", "Können Fledermäuse sehen?", "Ich will chatten!". So ist die Wahrscheinlichkeit, dass geeignete Treffer erzielt werden, natürlich gering. Im schlimmsten Fall gelangen Kinder dadurch auf problematische Seiten, die Gewalt- oder Erotikdarstellungen zeigen.

Eine effektive Nutzung von Suchmaschinen fällt Kindern anfangs schwer. Die lange und unüberschaubare Ergebnisliste überfordert sie mit Inhalten, die sie nicht nutzen können, nicht verstehen und die sie möglicherweise sogar erschrecken. Da Kindern Kriterien zur Auswahl fehlen, arbeiten sie die Liste der Reihe nach ab, bis sie die Lust verlieren und aufgeben.

Eine Alternative sind spezielle Suchmaschinen für Kinder: Sie liefern automatisch kindgerechte Ergebnisse, weil alle Seiten in aufwändiger Arbeit redaktionell erfasst und in einer Datenbank gespeichert werden. Die größte deutsche Kinder-Suchmaschine ist die "Blinde Kuh". Daneben gibt es nur noch wenige nennenswerte: unter anderem "Helles Köpfchen" und "Milkmoon".

Statsitik Suchergebnisse Jugendschutz.net"Google" oder Kinder-Suchmaschinen? jugendschutz.net hat kindorientierte Suchworte getestet: bei der "Blinden Kuh" und bei "Google" mit den Einstellungen "Google Sicher" (Beschränkung auf "Seiten aus Deutschland" und Einstellung "Strikte Filterung") sowie "Google Unsicher"“ (Weltweite Suche und Filterung entsprechend der vorgegebenen Standardeinstellungen). Untersucht wurden die Treffer zur Sucheingabe Chat, Cheats, Körperbau, Kuchen backen, Wasser, Saddam Hussein sowie Sex.

Das Ergebnis des Suchmaschinentests: "Google" liefert zwar weit mehr Treffer als die "Blinde Kuh". Die Kinder bekommen aber fast ausschließlich für sie unbrauchbare Informationen, in der unsicheren Standardeinstellung von "Google" sogar genauso viele problematische wie positive Ergebnisse. Es ist daher sinnvoll, dass Kinder zunächst die "Blinde Kuh" für die Suche verwenden. Wird das Kind dort nicht fündig, sollte es bei "Google" mit der höchsten Sicherheitsstufe und nur mit den Eltern suchen.

Welche Gefahren bergen Suchmaschinen?

Kindern macht es Spaß, im Internet nach Themen für die Schule und ihre Hobbys zu suchen. Sie wissen aber noch nicht, wie sie im Internet etwas finden können. Sie stellen sich das Internet wie ein riesiges Lexikon vor: Einfach etwas in die Adressleiste des Browsers oder in eine Suchmaschine eintippen – und schon hat man alles, was man wissen will. Leider: Weder die Struktur des Internets noch Suchmaschinen leisten dies. Ungeübtes Suchen kann außerdem zu problematischen Internetseiten führen.

Keine Suche mit der Adressleiste des Browsers!

Am liebsten tippen Kinder ihr Suchwort direkt in die Adressleiste. Das ist selten erfolgreich und selbst harmlose Begriffe führen manchmal auf ungeeignete Seiten: www.kinofilme.de oder www.kinofilm.de informieren nicht über das Kinoprogramm, sondern sind Flirtportale mit erotischen Fotos. Und unter www.hausaufgabenhilfe.com finden Kinder keine Tipps für Mathe und Deutsch, sondern eine reine Werbeseite mit Links zu kostenpflichtigen Angeboten.

Viele Anbieter spekulieren bewusst auf Tippfehler!

Kinder vertippen sich noch sehr leicht und landen soentweder nirgendwo oder auf problematischen Seiten. Ein Beispiel ist die Website von Medienstar Britney Spears: Vergisst ein Kind das "s" am Ende, landet es auf einer Seite mit Erotikangeboten. Ebenso bei den Pussycat-Dolls, wenn nur ein "l" getippt wird. Anime-Fans finden unter www.dragonballz.de eine Fan-Site zu japanischen Zeichentrickfilmen. Geben sie aber irrtümlicherweise www.dragon-ballz.de ein, landen sie auf einer Website für angeblich kostenlose SMS und einen Single-Chat. Unseriöse Anbieter melden ihre Seiten falsch bei Suchmaschinen an, indem sie aktuelle oder häufig benutzte Suchbegriffe in ihre Seiten einbauen. Auf diese Weise sollen möglichst viele potenzielle Kunden angelockt werden. Die meisten Suchmaschinen versuchen zum Glück mittlerweile, diese Art von Manipulation zu unterbinden.

Lassen Sie Kinder nicht einfach "googlen"!

Wenn die direkte Eingabe in die Adressleiste nicht erfolgreich war, recherchieren Kinder leider statt mit einer Kinder-Suchmaschine in der Regel mit "Google". Dabei überlegen sie sich nicht vorher, was genau sie wollen. Sie geben einfach ihren Wunschbegriff oder ogar ganze Sätze ein: "Wie wird Strom erzeugt?", "Ganz viele Fotos von Tokio Hotel", "Freunde zum Chatten". Damit erzielen Kinder gar keine oder eine lange Liste mit Treffern, die nicht verwertbar sind. Kindern fehlt das Auswahlkriterium, deshalb arbeiten sie die Liste der Reihe nach ab, bis sie die Lust verlieren. Sie müssen suchen lernen. Das gelingt mit einer kindgerechten Suchmaschine – und wenn sie angeleitet werden, wie die Suche im Internet erfolgreich verläuft.

Interview

mit Stefan Müller von der Kinder-Suchmaschine "Blinde Kuh" über die Arbeitswesie und Vorteile von speziellen Suchmaschinen für Kinder.

Dieser Text ist Teil der Broschüre "Ein Netz für Kinder - Surfen ohne Risiko?".

Die Broschüre wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) erstellt und ist ein Baustein im Rahmen der Initiative SCHAU HIN! Damit sollen Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung gestärkt und ihnen im Familienalltag beim Umgang mit Medien geholfen werden. Zur Projektgruppe gehörten Dr. Ulrike Behrens, Andrea Kallweit, Dr. Ute Leidig und Deborah Woldemichael.

Erste Hilfe zur richtigen Suche

  • Helfen Sie Ihrem Kind am Anfang beim Suchen.
  • Das Kind nicht allein bei Erwachsenen-Suchmaschinen recherchieren lassen.
  • Sicherheitseinstellungen der Suchmaschinen aktivieren.

Informationsblatt

Wie wird Google "sicher" gemacht?!

Wir haben für Sie eine Übersicht über Einstellungsmöglichkeiten gängiger Suchmaschinen erstellt.