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Kinder, Jugendliche und Medien

Der Alltag von Kindern und Jugendlichen wird zunehmend durch elektronische Medien bestimmt. Sie dienen der Information, der Kommunikation sowie der Unterhaltung und sind in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und in vielen anderen Bereichen unverzichtbar geworden.

Medien sind auch "Miterzieher": Neben Familie, Freundeskreis, Schule oder Kirche beeinflussen sie die Wertvorstellungen und Verhaltensweisen unserer Kinder und Jugendlichen erheblich. Sie wachsen mit Medien auf. Damit müssen sich Eltern, Lehrkräfte und Erziehungsverantwortliche im Interesse ihrer Kinder auseinander setzen.

Es gehört deshalb zu den grundlegenden Erziehungsaufgaben, Kinder und Jugendliche zu einer sachgerechten und umsichtigen Mediennutzung zu befähigen. Diese Medienkompetenz muss wie das Lesen und Schreiben gelernt werden. So wie man Kinder nicht ohne Handlungsanweisungen am Straßenverkehr teilnehmen lässt, müssen sie auf die Möglichkeiten, Gefahren und Regeln der Medienwelt vorbereitet werden. Doch nur wer sich selbst einigermaßen auskennt, kann diese Medienkompetenz auch an Kinder und Jugendliche weitergeben.

Der vielerorts vorhandene Multimedia-Computer wird mit unterschiedlicher Motivation und Zielrichtung verwendet: Vom Spielcomputer bis zum ausschließlichen Arbeitsmittel, wobei Mischkombinationen die Regel sein dürften. Durch Computerspiele können Fertigkeiten für Schule, Ausbildung, Beruf und Hobby erlernt und weiter entwickelt werden. Das Interesse für diese Spiele wird durch den interaktiven Einsatz sowie entsprechende Animation geweckt. Lernprozesse können bei jungen Menschen auf diese Art und Weise positiv beeinflusst werden.

Prinzipiell ist zwischen Offline- und Online-Anwendungen zu unterscheiden. Die Offline-Nutzung des PC ist für Eltern noch relativ überschaubar – sie setzt aber Know-how im Umgang mit dem Computer und Kenntnis der bestehenden Programme voraus. Mittlerweile kann der Computer auch als Radio, Fernseher oder zum Betrachten von Spielfilmen mittels DVD verwendet werden. Wird der Computer über Modem, ISDN- oder DSL-Verbindung über die Telefonleitung oder per Funkverbindung mit dem Internet verbunden, eröffnen sich neue Kommunikationswege und der Zugriff auf eine weltweite verfügbare und sichtbare Informationsquelle. Die Verwendungen des Internets sind vielfältig: Es kann zur Kommunikation mit Anderen via E-Mail oder Chat, zum Spielen, zum Download von Programmen oder zur Information eingesetzt werden. Diese Online-Nutzung ist nicht gut eingrenz- und damit auch nicht so einfach kontrollierbar.

So birgt insbesondere auch die Online-Nutzung des Computers neue Gefahren für Kinder und Jugendliche: Beispielsweise können sich junge User durch das Herunterladen von Musikdateien oder das Kopieren von lizenzierten Spielen strafbar machen, weil sie damit gegen das Urheberrechtsgesetz verstoßen. Eine andere Gefährdungssituation entsteht mit der sorglosen Weitergabe von persönlichen Daten – etwa dann, wenn ihre Kinder beim Chatten dem anonymen, womöglich pädophilen Gesprächspartner ihre Adresse oder Schule mitteilen und dadurch eine reale Kontaktaufnahme ermöglichen. Auch können Kinder und Jugendliche beim Recherchieren im Internet in Kontakt mit legaler wie illegaler Pornografie sowie Gewalt verherrlichenden Inhalten kommen. Bei der Nutzung von sog. Chat- Rooms oder von Newsgroups kann es zu "verbalem Missbrauch" – und sei es "nur" in Form von elektronischen Botschaften – kommen. Daneben bestehen auch Risiken bei Angeboten, die die Unerfahrenheit und Leichtgläubigkeit von Kindern und Jugendlichen ausnutzen und vermeintliche Dienste gratis im Internet anbieten, die sich im Nachhinein doch als kostenpflichtig herausstellen.

Mit zunehmender Verbreitung der privaten Nutzung des Internets und der Möglichkeit, auch von tragbaren Endgeräten, wie dem Handy, Daten aus dem Internet herunter zu laden oder Daten zwischen Handys auszutauschen, häufen sich Meldungen über Fälle, in denen Videoaufzeichnungen von realen Gewalt- und Tötungshandlungen oder pornografischen Filmsequenzen auf Webseiten oder auf Handys von Kindern und Jugendlichen gelangen.

Es kann nicht alleine zielführend sein, die Gefahren von Online-Anwendungen (bzw. Internet) oder des Handys gegenüber Kindern und Jugendlichen durch Verbote oder durch den Einsatz von Filtersoftware ausschließen zu wollen. Vor allem sind auch die Anbieter und Betreiber von Internetangeboten in der Pflicht, ihren Beitrag zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Gefahren im Internet zu leisten. Darüber hinaus müssen Kinder und Jugendliche auf die möglichen Gefahren vorbereitet, ihre Fragen beantwortet und zu einem sicherheitsbewussten Verhalten in der virtuellen Welt hingeführt werden. Gemeinsam mit Eltern und Lehrkräften sollte einerseits ihr Informationsbedarf und ihre Neugierde befriedigt, und andererseits sollten sie über die Gefahren des Internets, der Handynutzung und bei Computerspielen aufgeklärt werden. Damit sie nicht alleine und unvorbereitet den Gefahren der neuen Medienwelt ausgeliefert sind, sondern kompetent, selbstbewusst und letztendlich vor allem sicher die neuen Medienangebote zu nutzen wissen. Die Steigerung ihrer Medienkompetenz ist dabei als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen, die folglich die Einbindung aller Verantwortlichen erfordert.

... ist Teil der Handreichung "Im Netz der neuen Medien. Internet, Handy, Computerspiele - Chancen und Risiken für Kinder und Jugendliche". Die Broschüre ist eine gemeinsame Handreichung der Kultusministerkonferenz, Jugend- und Familienministerkonferenz und der Polizeilichen Kriminalprävention.

Handreichungen für Eltern und Multiplikatoren

"Medienbildung in der Familie auf einen Blick" stellt zur Mediennutzung von Kindern zentrale Ansatzpunkte für eine frühkindliche Mediensozialisation vor und bietet darüber hinaus umfangreiche Links zur weiteren Vertiefung des Themas. Sie fasst die wichtigsten Fragen von Eltern zusammen und gibt Tipps, wie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Eltern erreichen können. Die Handreichung wurde neu aufgelegt und vollständig überarbeitet. Sie steht zum kostenlosen Download auf der Website www.mekonet.de bereit.

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