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Files-Sharing oder "Tauschbörsen"

Die weltweite Vernetzung von Rechnern ermöglicht einen weltweiten Datentransfer. Nicht immer ist dieser jedoch erwünscht - so sind so genannte "Tauschbörsen" ein Dorn im Auge der Musikindustrie, weil ihr durch den illegalen Austausch von Musikstücken enorme Verluste entstehen. Das betrifft ebenso den Tausch von Filmen oder von Software.

Sicher ist, vor allem aus der Betrachtung Jugendlicher heraus, der Umsatzeinbruch in der Musikindustrie in den letzten Jahren kein überzeugender Grund, auf kostenfreie Musik zu verzichten. Allerdings kann der sinkende Umsatz auch zur Folge haben, dass weniger neue Künstler gefördert werden, musikalische Vielfalt reduziert wird und Jobs in der Industrie verloren gehen:
"'There's no minimizing the impact of illegal file-sharing. It robs songwriters and recording artists of their livelihoods, and it ultimately undermines the future of music itself, not to mention threatening the jobs of tens of thousands' (Cary Sherman, RIAA president, USA Today, 18 September 2003)" (zit. nach: Oberholzer und Strumpf (2004): The Effect of File Sharing on Record Sales An Empirical Analysis, S. 2. URL: www.unc.edu/~cigar/papers/FileSharing_March2004.pdf)
Eigene Übersetzung:
"Der Einfluss von File-Sharing darf nicht verharmlost werden. File-Sharing beraubt Komponisten und Künstlern ihres Auskommens, und es untergräbt schließlich die Zukunft der Musik selbst. Und dabei spreche ich noch nicht einmal von der Bedrohung von Zehntausenden von Jobs". Die RIAA ist "Recording Industry Association of America", die "Vereinigung der Plattenindustrie von Amerika".

Auf der anderen Seite gibt es Stimmen, die die negativen Auswirkungen auf die Industrie weniger hoch einschätzen bzw. teilweise verneinen und die Ursachen für die Krise an anderer Stelle suchen:
"We find that file sharing has no statistically significant effect on purchases of the average album in our sample. [...] This result is plausible given that movies, software, and video games are actively downloaded, and yet these industries have continued to grow since the advent of file sharing." (Oberholzer und Strumpf (2004): The Effect of File Sharing on Record Sales An Empirical Analysis, S. 24. URL: www.unc.edu/~cigar/papers/FileSharing_March2004.pdf)
Eigene Übersetzung:
"We haben herausgefunden, dass File-Sharing keinen statistisch signifikanten Effekt auf den Kauf eines durchschnittlichen Musikalbums in der Stichprobe hat. Das Ergebnis ist auch vor der Tatsache plausibel, dass auch Filme, Software und Spiele aktiv getauscht werden, und die Industriezweige dennoch seit Beginn des File-Sharings kontinuierlich wachsen."

Und so mancher Künstler, wie hier David Bowie, scheint die ganze Problematik pragmatisch zu sehen, wie er in einem Interview der New York Times aus dem Jahre 2002 zum Ausdruck bringt:
"The absolute transformation of everything we ever thought about music will take place within 10 years, ... and nothing is going to be able to stop it. I see absolutely no point in pretending that it's not going to happen. I'm fully confident that copyright, for instance, will no longer exist in 10 years, and authorship and intellectual property is in for such a bashing. Music, itself, is going to become like running water or electricity..." (zit. nach: www.preoccupations.org/2005/10/music_like_runn.html). Eigene Übersetzung:
Der völlige Wandel von Allem, was wir bisher über Musik gedacht haben, wird innerhalb der nächsten zehn Jahre stattfinden, und nichts wird diesen Wandel aufhalten können. Ich sehe absolut keinen Grund so zu tun, dass der Wandel nicht stattfinden wird. Ich bin völlig überzeugt davon, dass zum Beispiel das Urheberrecht in zehn Jahren nicht mehr existieren wird, und [den Begriffen] Urheberschaft und geistiges Eigentum wird es genau so ergehen. Musik selbst wird wie Leitungswasser oder Strom..."

Abschließend und zusammenfassend bleibt festzuhalten: Das der Öffentlichkeit Zugänglichmachen von urherberrechtlich geschützen Werken ist illegal, wird verfolgt und bestraft.

Es ist keine Kavaliersdelikt, und ein Herr Bowie kann sich vielleicht weiter aus dem Fenster lehnen als Jugendliche, bei denen eine Hausdurchsuchung wegen des Verdacht der Urheberrechtsverletzung ansteht.

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